STP-Testautomatisierung

Stichwörter

Testautomatisierung, TTCN-3, Signalling Transfer Point, STP, SS7, MAP, CAP, Mobile Number Portability, MNP, Intelligent Networks, IN, InitDP Message, SCCP Routing, Pre-Paid, Multicard, VPN, HSS, MSS, VMS

Aufgabenstellung

Der STP ist ein zentrales Netzelement im Corenetz moderner Mobilfunknetze. Er ist zuständig für das Routing der SS7 Signalisierungsnachrichten. Darüber hinaus werden nach Datenbankabfragen Manipulationen der Rufnummern in den Nachrichten vorgenommen.

Software-Upgrades am STP erfordern es, explizit genau dieses Verhalten im Detail zu überprüfen. Ende-zu-Ende-Tests sind auf Grund der vielen verschiedenen Rufkombinationen hierzu eher ungeeignet. Ebenso wird dabei nicht nur das Verhalten des STP verifiziert, sondern eine ganze Kette von Netzelementen. Eine eindeutige Zuordnung von Fehlern zu einer Ursache bzw. zum Netzelement STP ist nicht ohne größeren Zeit- und Ressourcenaufwand möglich. Viele Szenarien (z. B. internationale Anrufe) lassen sich auch nicht ohne Weiteres in einer Laborumgebung Ende-zu-Ende realisieren.

Zur Steigerung der Effizienz bei Regressiontests werden mehr und mehr automatisierte Testcases eingesetzt, die gezielt ganz spezielle Signalisierungsszenarien verifizieren. Im Rahmen dieser Tests wird der STP isoliert getestet. Die Ergebnisse sind eindeutig diesem Netzelement zuzuorden. Eine Beeinflussung der Testergebnisse durch andere Netzelemente findet nicht statt. Die benötigten Szenarien teilten sich wie folgt auf:

  • Korrektes Handling von Routing-Codes für Multicard-Szenarien
  • Korrektes Handling von Routing-Codes für Prepaid-Szenarien
  • Korrektes Handling von Routing-Codes für VPN-Szenarien
  • Korrektes Handling von Routing-Codes für Voice-Mail-Szenarien
  • Spezifisches SCCP-Load-Sharing

Als Simulationsplattform sollte ein kundeneigenes, TTCN-3-basiertes Testsystem zum Einsatz kommen.

Lösung

Basierend auf Call-Flow-Dokumenten und den für Abnahmetests verwendeten Testplänen für manuelle E2E-Tests wurden konkreten Szenarien ausgewählt. Diese wurden dann auf die für den STP erforderlichen Signalisierungsnachrichten reduziert.

Der Testaufbau besteht aus Protokollgeneratoren als Simulatoren sowie einem STP als „System under Test“. Die Simulatoren senden die Messages direkt auf den STP, bzw. sie empfangen die vom STP manipulierten Messages. Auf der Senderseite sind die Messages dem Szenario entsprechend konfiguriert. Auf der Empfängerseite wird entsprechend der Konfiguration geprüft, ob die empfange Message mit der erwarteten Message in den wesentlichen Parametern übereinstimmt (SOLL-/IST-Vergleich).

In diesem Testaufbau übernehmen die Simulatoren jeweils die Funktionalität eines MSS, eines HSS, eines IN Systems, bzw. eines VMS.

Der Szenarienablauf sowie die Messages und Prüfkonfigurationen sind in der abstrakten Testbeschreibungssprache TTCN-3 beschrieben. Der „Abstract Testcase“ (ATC) wird in einen ausführbaren Testcase übersetzt. Durch Konfiguration (z. B. Rufnummern, Routingparameter, Routingcodes, etc.) werden basierend auf diesen ATCs ganz spezielle ausführbare Szenarien generiert. Diese wiederum stehen dann zum wiederholten Ausführen zur Verfügung – quasi per Knopfdruck.


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